28.Mai 1972
Amisa Papenburg
Bezirksebene
11.Juni 1972
Lohne
Verbandsligist
18.Juni 1972
Tus Oldendorf
Bezirk Stade
24.Juni 1972
FC Wolfsburg
Pokalfinale, Landesliga
23.Juli 1972
Bremerhaven 93
DFB Pokalspiel

Der einmalige Pokalerfolg des BSV Holzhausen im Jahr 1972

 Dieser  einmalige Pokalerfolg 1971/1972 begann mit einem 1:0 Sieg in Westerhausen und endete mit einer 5:3 Niederlage nach Elfmeterschießen gegen den Regionalligisten Bremerhaven 93.
Aufzeichnungen oder gar Zeitungsausschnitte von den Begegnungen in Westerhausen, vom Spiel in Quakenbrück 3:3 nach Elfmeter 3:5 für uns, vom 1:2 Sieg gegen SV Ballsport, vom 1:5 Sieg über die Sportfreunde Oesede sowie vom 1:3 Sieg über dem VFR Voxtrup sind nicht überliefert worden.
Doch als die BSV-Spieler am 20.05.1972 gegen die Vertretung des TuS Haste mit 2:1 Toren siegte, da berichtete die hiesige Presse unter folgender Schlagzeile von dieser Begegnung: 

Sensation durch BSV Holzhausen

„Ich bin sehr stolz über unseren Sieg und möchte keinem aus der Mannschaft Lob oder einen Tadel zukommen lassen. Es war eine ausgezeichnete Mannschaftsleistung, die mich überglücklich macht.“ Das waren die ersten Worte vom BSV-Spielertrainer Walter Bensmann nach dem unerwarteten, aber hochverdienten Erfolg seiner Mannschaft über den stark favorisierten Landesligisten TuS Haste im DFB-Pokalfinale des engeren Osnabrücker Bezirks. Der BSV Holzhausen konnte somit seiner Rolle als Favoritenschreck gerecht werden und verdrängte die Haster ebenso, wie schon zuvor Voxtrup und Oesede, durch ein beherztes Kampfspiel und eine ungeheure Mannschaftsleistung aus der weiteren DFB-Pokalrunde.

Ungefähr 5oo Zuschauer sahen eine spannende und äußerst dramatische Begegnung. Der TuS Haste begann stark offensiv und ließ den BSVern wenig Raum. Schüsse von Stockfisch, Füllbier und Hegekötter ließen die Gefährlichkeit des Haster Sturms, aber auch die ausgezeichnete Wachsamkeit vom BSV-Schlußmann Klempahn erkennen. Nach einer guten Viertelstunde lief das Holzhausener Spiel immer besser an, es gab ein paar gefährliche Schüsse auf das gegnerische Tor, doch der Haster Tormann Kersten hatte noch keine großen Schwierigkeiten zu überwinden.

Gefährlich war dagegen der linke Flügel der Haster. Doch es begann sich bei den TuS-Spielern eine gewisse Überheblichkeit gegenüber den dreii Klassen tiefer spielenden Holzhausenern zu verbreiten, die für den  weiteren Verlauf des Spieles nicht ohne Bedeutung bleiben sollte. In der 30. Spielminute fiel dann ganz überraschend das 1:0 für den BSV Holzhausen. Im Gewühl vor dem Haster Tor erwischte H. Brandhorst den Ball und schoß ihn knallhart ins rechte Eck. Frenetischer Jubel bei den Zuschauern feuerte die nun immer stärker aufkommenden Holzhausener zu einer überraschenden Leistung an.

Man störte die Haster bei allen Aktionen und brachte das Ergebnis unversehrt in die Pause. Nach dem Wechsel hatte der TuS Haste wieder Oberwasser. Hegekötter und Wethkamp organisierten den Angriff, und BSV-Torwart Klempahn konnte sich über mangelnde Beschäftigung nicht beklagen. Er zeigte eine Glanzparade nach der anderen und bewahrte seine Mannschaft vor dem Ausgleich. Die Holzhausener ließen sich von dem Eifer ihres Schlußmannes mitreißen und kämpften verbissener denn je, um die knappe Führung in ein beruhigendes 2:0 zu verbessern. Ihre Mühen wurden in der 70.Minute belohnt, als Verteidigter J. Brandhorst über die Mittellinie hinausstürmte, auf den nach der Halbzeit ins Spiel gekommenen Menkhaus flankte, der mit einem wundervollen Direktschuß zum 2:0 vollendete. Jetzt begann Haste zu resignieren. Es wollte nichts mehr gelingen, und wenn man dann doch auf das Tor schoß, stand dort der großartige Klempahn und vereitelte jede Möglichkeit.

Fast jede, muß man sagen, denn TuS Haste gelang noch der Ehrentreffer.

Schaber schlug in der 82. Minute eine Steilflanke zu Müller, der durch einen Aufsetzer unhaltbar einköpfte. Doch die Zeit war gegen die Haster. Der BSV verteidigte seinen Vorsprung geschickt und brachte den Sieg sicher und verdient nach Hause.

Es fällt sehr schwer, einen Holzhausener Spieler besonders zu erwähnen. Die mannschaftliche Geschlossenheit und der auch vom Haster Trainer Spielmeyer gelobte Kampfgeist gaben den Ausschlag zu einem prächtigen Sieg für den BSV Holzausen und dieses Spiel hat auch gezeigt, dass  nicht nur Bundesligafussball die Zuschauer erfreuen und sogar mitreißen kann. Bleibt nur noch zu hoffen, dass der BSV am nächsten Wochenende eine ebenbürtige Leistung auch wieder auf eignem  Platz gegen Amisia Papenburg zeigt, wenn das Bezirksfinale ausgespielt wird.

Die BSV-Mannschaft:  Klempahn,  Heidrich, J. Brandhorst, W. Bensmann, Dörr, Baumann, A. Bensmann, Bergmann, Plogmann (46. Menkhaus), H. Brandhorst, Grützmacher

Dieses war die Geburtsstunde einer großartigen Mannschaft und der Startschuß zu einem Pokalerfolg, der sich in dieser Form wohl so schnell nicht wiederholen wird.

 In den Sportnachrichten der NOZ wurde der BSV nun stets angekündigt.Unter dicken Buchstaben, wie z.B.

01Großes Pokalfinale beim BSV Holzhausen

Am Samstag gegen Amisia Papenburg

wurde für das Pokalendspiel auf Bezirksebene kräftig die Werbetrommel gerührt.
Am 28. Mai 1972 wurde das Spiel in Holzhausen ausgetragen. Die Spieler Klempahn, Heidrich, J. Brandhorst, W. Bensmann, Grützmacher, Dörr, Baumann, A. Bensmann, H. Brandhorst, Bergmann und Menkhaus hatten sich intensiv auf diese Begegnung vorbereitet und errangen einen kaum erhofften Sieg.

Am Montag darauf schrieb die NOZ: 
                                         Holzhausen nach 3:1 im Fussball-Taumel
                       Sensation ist jetzt perfekt;
der BSV holte den Bezirkscup

 Die große Sensation ist perfekt. Der Bezirksklassen-Verein BSV Holzhausen besiegt im DFB-Pokalfinale des Bezirks Osnabrück die Mannschaft der Amisia Papenburg verdient mit 3:1. Der Bezwinger von Voxtrup,  Oesede und TuS Haste hat seine Pokalserie auch durch die Papenburger nicht stoppen lassen. Eine großartige kämpferische Leistung und ein mitreißender Schlußspurt machten den BSV Holzhausen zum Vertreter des Osnabrücker Raums im weiteren DFB-Pokalgeschehen.

Von Beginn an rannten die BSVer stürmisch gegen Wind und Gegner los. Schon in der 6. Minute die erste große Chance. Nach Faul an Baumann verfehlte W. Bensmanns Freistoß nur knapp das Ziel. Weitere große Möglichkeiten von A. Bensmann, Menkhaus und Bergmann bestimmten das Spielgeschehen. Erst nach 2o Minuten konnte die Amisia den eigenen Angriff etwas besser in Position bringen. Ein Kopfball von Sinningen traf jedoch nur die Querlatte. In der 32. Minute fiel sogar ein Tor für die Papenburger, doch der Linienrichter hatte die Abseitsposition erkannt. Nun bekamen die Holzhausener die Begegnung wieder besser in den Griff. J. Brandhorst bereitete immer wieder gefährliche Angriffspassagen vor. Sein Steilpaß in der 35. Minute erreichte A. Bensmann. „Ata“ hob das Leder genau auf den Kopf von Menkhaus, der sich diese Chance nicht entgehen ließ und zum 1:0 für den BSV einköpfte. Mit diesem Vorsprung gingen die Holzhausener beruhigt in die Pause.

Als das Spiel wieder angepfiffen wurde, sah man ein stark verändertes Bild. Die Papenburger waren unaufhörlich im Angriff, und im BSV-Strafraum brannte es lichterloh. Knapp 10 Minuten konnte die Holzhausener Abwehr ihren Kasten sauber halten, dann passierte das schier Unvermeidliche. Nach einer missglückten Abwehrleistung bekam der Amisia Spieler Böhmbach den Ball auf den Fuß, zögerte nicht lange und glich in der 55. Minute mit einem satten Schuß ins lange Eck zum 1:1 Zwischenstand aus. Doch der BSV ließ sich von diesem Tor nicht beeindrucken und setzte vielmehr zu einem rasanten Schlussspurt an. Als Walter Bensmann seine Mannschaft in der 75. Minute nach einer präzisen Flanke von Bergmann mit einem herrlichen Direktschuß erneut in Führung brachte, kannte die Begeisterung keine Grenzen mehr. Das endgültige Aus kam nach einem knallharten Schuß von A. Bensmann, der aus spitzem Winkel unhaltbar zum 3:1 einschoß. Was dann noch kam, ging in einem Wolkenbruch und im ungeheuren Jubel der Zuschauer und Aktiven unter.

Mit diesem Endspielsieg hat der BSV Holzhausen wieder einmal unter Beweis gestellt, daß er  ein ernst zu nehmender Gegner ist und noch manchem Verein ein Stolperstein auf dem Weg zum Erfolg sein kann. Aus dem großartigen Gesamtbild der Mannschaft traten W. Bensmann, Grützmacher, Bergmann und J. Brandhorst besonders hervor. Bleibt nur noch zu wünschen, daß der BSV seine gute Form konserviert, um in der weiteren Pokalrunde erfolgreich mitmischen zu können.

 Von links nach rechts.
Betreuer Walter Koch, A. Bensmann, Plogmann, J. Brandhorst, Niermann, Baumann, Bergmann, Menkhaus, Grützmacher, Gausmann,
kniend: H.Brandhorst, Heidrich, Klempahn, Spielertrainer W. Bensmann, Dörr.

02 Jetzt gegen Lohne,

so überschrieb die NOZ in der Mittwochsausgabe seinen Artikel und wies auf die Begegnung gegen den Verbandsligisten BW Lohne hin, die wiederum in Wilhelmshaven die Elf von Olympia nach Verlängerung mit 7:2 Toren schlagen konnte. 
Auf der gleichen Seite schrieb die NOZ:
       Zuschauer starb
Überschattet wurde der 3:1 Sieg des BSV Holzhausen von einem tragischen Unfall. Wie uns der BSV mitteilte, erlitt ein älterer Zuschauer aus Holzhausen einen schweren Herzanfall während der 90 Minuten. Dieser Herzanfall führte zum plötzlichen Tod des Mannes. Vorstand und Mitglieder des BSV Holzhausen sind bestürzt über den Tod dieses Mannes und sprechen den Angehörigen des Verstorbenen ihr tiefes Mitgefühl aus.

Am Montag, den 12.Juni 1972 stand in der NOZ zu lesen:

Holzhausen bleibt der Pokalschreck  Lohne mit 3:2 geschlagen - Jetzt kommt Regionalligist

 Es ist bewundernswert, welche Kondition und welcher Kampfgeist in den Spielern des BSV Holzhausen steckt, meinten 400 Zuschauer, als sich der BSV nach einer schwachen ersten Halbzeit zu einer überragenden Leistung steigerte und Oldenburgs Vertreter in der DFB-Pokalrunde, Blau-Weiß Lohne, mit 3:2 Toren besiegte. Man sah in diesem Spiel, das die Erfolge über Haste und Papenburg keine Eintagsfliege waren, sondern beherzter Kampfgeist und eine mannschaftliche Geschlossenheit zum Erfolg führten.

Von der ersten Minute an übernahm Blau-Weiß Lohne das Kommando. Man griff pausenlos an und setzte Klempahn und seine Mannen stark unter Druck. Kaum ein BSV-Angriff kam in der ersten halben Stunde zustande. Die Lohner beherrschten das Mittelfeld und konnten so ihren Angriff immer wieder in gute Schusspositionen bringen. In der33.Minute konnte Grützmacher gerade noch für den geschlagenen Klempahn auf der Linie klären. Doch zwei Minuten später war es dann doch soweit. Gedränge vor dem Holzhausener Tor, Gohl hebt das Leder auf den Kopf von Riechmann und unhaltbar für den BSV-Schlußmann köpft der kleine Rechtsaußen ins Eck. In der 44.Minute fällt dann noch ein Tor für die Lohner, das aber wegen Abseits eines Blau-Weißen nicht anerkannt wird.

Nah dem Wechsel wandelt sich das Bild ins Gegenteil. Der BSV kämpft, stürmt und schießt, was das Zeug hält. Fünf Minuten nach dem Wiederanpfiff gelingt Baumann der verdiente Ausgleich. Nach einer Doppelpasskombination zwischen Bergmann und Brandhorst kommt eine schöne Flanke zu Baumann, der kaltblütig zum 1:1 vollstreckt.

Wenige Minuten später bekommt Bergmann den Bal auf den Fuß und schon zappelt das Leder zum 2:1 für den BSV Holzhausen im Netz. Als wiederum Baumann in einem phantastischen Alleingang vier Mann aussteigen lässt und dann noch knallhart und überlegt in der 69. Minute zum 3:1 einschießt, kennt der Jubel bei Spielern und Zuschauer keine Grenzen mehr. Die Lohner stecken jetzt auf, und auch ein Eigentor von Grützmacher kann sie nicht mehr mitreißen,  um dem Spiel noch eine Wende zu geben.

Es bleibt also beim hochverdienten 3:2 Sieg des BSV Holzhausen über die Blau-Weißen aus Lohne. Die BSVer haben also wieder einmal gezeigt, daß sie vor großen Namen keinen Respekt haben und so bleibt zu hoffen, daß in der weiteren Pokalrunde nun ein Regionalligist nach Holzhausen kommt und die BSVer ihren Ruf als Pokalschreck erfolgreich untermauern.

Stolze Holzhausener:  nun gegen den Tus Oldendorf 
03

so wurde der folgende Artikel überschrieben:

Man kann sich vorstellen, welche Euphorie in Holzhausen seit dem Pokalsieg über Lohne herrscht. Trainer Walter Bensmann ist der Mann des Tages, ihm gesteht man den größten Anteil am „Pokalschreckgespenst“ BSV zu. Besonders stolz sind die wackeren Holzhausener natürlich darauf, dass sie nun den herkömmlichen Rahmen ihres Spielbereiches durchbrochen haben und weit über die Grenzen des Osnabrücker Bezirkes bekannt werden. Womit allerdings einige Schwierigkeiten verbunden waren: Beide Gegner der kommenden Runde hatten bisher so gut wie nichts voneinander gehört, und so riefen die Oldendorfer erst einmal bei sämtlichen Holzhausen in der Gegend an, bis sie den richtigen Verein an der Strippe hatten. Nicht anders erging es dem BSV-Vorstand, der von Oldendorf nur wusste, dass es „irgendwo im Regierungsbezirk Stade liegt“, niemand wusste genau wo. Grund der Aktivitäten war, einen für beide interessanten Spieltermin zu finden.
Wir sind waschechte Amateure und haben als kleiner Landverein so viel erreicht, freut man sich zu Recht in Holzhausen.

 Nach dieser Pokalsensation traf der BSV auf die Mannschaft des TuS Oldendorf, Vertreter des Bezirks Stade. Am 18.06.1972 um 15.oo Uhr wurde dieses Spiel in Holzhausen angepfiffen.                                       

In der NOZ stand nachfolgende Vorschau:

 Ein großes lockendes Ziel liegt greifbar nahe vor den Augen des BSV Holzhausen: der Einzug ins Pokalfinale Niedersachsen. Wird nach so vielen prächtigen Erfolgen den BSV auch noch dieser große Wurf gelingen und eine große Pokalsaison mit der Qualifikation für das Endspiel gekrönt?
Viele werden den bravourös kämpfenden Pokalfightern aus Holzhausen beide Daumen für das neuerliche Heimspiel drücken, in dem nach einen 5:1 Sieg über die Spvg. Aurich (Verbandsliga) sich die Elf des TuS Oldendorf als Gegner qualifiziert hat.
Wie stark sind diese Oldendorfer? Es fehlen die Vergleichsmöglichkeiten, um sich ein Urteil bilden zu können. Sicher ist aber, dass die Gäste mit dem gleichen Einsatz in Holzhausen kämpfen werden, wie die BSVer, die vielleicht noch von dem Schwung der Begeisterung der letzten Spiele und Siege getragen werden. Das kleine Quentchen Glück wird am Sonnabend hinzukommen und der BSV steht im niedersächsischen DFB-Pokalfinale.


Dieses Spiel bestritt der BSV in folgender Aufstellung:
Klempahn, Heidrich, J. Brandhorst, Dörr, Grützmacher, W. Bensmann, Baumann, Plogmann, H. Brandhorst, Bergmann, Menkhaus. 
Das Spiel endete mit 2:1 Toren für den BSV. Als 2-facher Torschütze wurde H. Brandhorst gefeiert.

 
Im Sportteil der NOZ  stand zu lesen:
Holzhausen im Pokal-Finale  Durch 2:1 Sieg über TuS Oldendorf

 Vierhundertfünfzig Zuschauer hatten Grund zum Jubeln: Der BSV Holzhausen, Pokalsieger des Bezirks Osnabrück, zieht durch einen 2:1 Sieg über den TuS Oldendorf ins niedersächsische DFB-Pokalfinale ein. In einem über weite Strecken schwachen, eher kampfbetonten als technisch überzeugenden Spiel waren die Holzhausener die glücklichere Mannschaft, und man kann wohl den Ärger der Oldendorfer ob dieser unglücklichen Niederlage verstehen, da ein BSV-Tor in der 90. Minute den Ausschlag gab. Für Holzhausen ist nun der niedersächsische Pokal in greifbare Nähe gerückt.

 Stürmisch begann der BSV Holzhausen. Man wollte es von der ersten Minute an wissen, und gar keinen Zweifel aufkommen lassen, wer der Chef in diesem Spiel sein würde. Angekurbelt von Grützmacher und J. Brandhorst lief der BSV-Angriff auf Hochtouren. Die Oldendorfer fanden so recht keine Einstellung zum Spiel und brachten in der ersten Hälfte nur wenig Gefahr vor das Tor des untadelig spielenden Klempahn. Der BSV hatte jedoch mit seinen Angriffen wenig Erfolg, und es dauerte bis zur 35. Minute, ehe das 1:0 für den BSV geschossen wurde. J. Brandhorst  zog von der Mittellinie auf und davon, ließ vier Gegner aussteigen und paßte dann haargenau zu H. Brandhorst, der dieses wundervolle Solo zum verdienten 1:0 vollendete.
Beim Holzhausener Anhang war man zufrieden. Doch als in der 44. Minute ein Fehler der BSV-Abwehr durch ein Eigentor den Ausgleich brachte, war man bei Spieler und Zuschauer fassungslos.
Nach dem Wechsel gab der BSV dann auch das Heft aus der Hand. Nichts lief mehr, und mit dem Mut sanken auch die Chancen diesem Spiel noch die richtige Wende zu geben. Der TuS Oldendorf bestimmte immer mehr das Spielgeschehen und war dem 2:1 näher als die Holzhausener. So lief das Spiel dann wechselseitig hin und her, und keine Mannschaft konnte noch so klare Möglichkeiten nutzen. Die letzten fünf Minuten gehörten dann wieder den BSVern.  In der 87. Minute vergibt Bergmann in guter Position. 89. Minute, H. Brandhorst köpft das Leder an den Pfosten. Alle haben sich mit einer Verlängerung abgefunden. Doch dann in der 90. Minute passiert das Unglaubliche. Bensmann schießt, der TuS-Torwart wehrt zu kurz ab, und H. Brandhorst ist zur Stelle, um zum siegbringenden 2:1 für den BSV Holzhausen einzuköpfen.

04 In dicken Lettern: Nun gegen Wolfsburg

machte die NOZ auf das am 24.o6.1972 stattfindende Pokalendspiel in Holzhausen aufmerksam.
Ferner hieß es dort
Der einstige Regionalligist und auch Landesligist FC Wolfburg ist nun am Sonnabend oder Sonntag der Endspielgegner für den BSV in Holzhausen, wo eine Saison nie großartiger und spektakulärer ausgeklungen ist. Die Wolfsburger schlugen mit 2:1 Toren die spielstarke Union aus Salzgitter (Spitzenmannschaft der Landesliga). Der 1.FC gehört in dieser Saison der Bezirksliga an und ist jetzt in die Verbandsliga aufgestiegen

Unter der Rubrik Sport auf einen Blick wurden nachstehende Zeilen abgedruckt:
Die Mannschaft der Stunde ist zur Zeit im Fußball im engeren Osnabrücker Raum der BSV Holzhausen, der als Bezirksklassen-Verein in der niedersächsischen DFB-Pokalrunde für Furore sorgt. Nach ihrem Sieg über den Stader Bezirksmeister TuS Oldendorf erreichten die BSV fast sensationell das Endspiel, in dem sie nun auf eigenem Platz auf den 1.FC Wolfsburg treffen, der gerade Meister der Bezirksliga wurde und in die Verbandsliga aufsteigt. Wird Holzhausen der große Wurf gelingen, und sich nach TuS Haste als zweite Fußballelf des Osnabrücker Bezirks in die Siegerliste eintragen? Anstoß Sonnabend 17 Uhr, am Abend ist großer Sommernachtsball.

Unter den Lokalnotizen konnte man lesen:
Zwischen BSV Holzhausen und dem FC Wolfsburg hat man sich geeinigt, das nieder-sächsische Pokalfinale am Samstag um 17 Uhr auf dem Platz des BSV auszutragen. Im Anschluß an das Spiel gibt der  Niedersächsische Fußballverband ein Bankett für beide Mannschaften. Am Abend besteht dann auf einem  Sommerball des BSV ausgiebig Gelegenheit zu weiterem Feiern. Daß es eine Siegesfeier für Holzhausen wird, hofft man im Osnabrücker Vorort inständig, damit ginge dann eine unwahrscheinliche Siegesserie auf Landesebene glücklich zu Ende.

Mittels einer Haushaltswurfsendung wurden alle Bürger aus Holzhausen auf dieses Spiel  besonders hingewiesen.

Dieser Aufruf hatte folgenden Wortlaut:

Fussball...........Fussball.......... Fussball........ Fussball…….Holzhausen, den 21.06.72 

 ES    IST   SO   WEIT !

Die I. Mannschaft des BSV Holzhausen (Bezirksklasse) steht am Sonnabend, den 24.06.72, um 17.00 Uhr auf dem Sportplatz in Holzhausen im Endspiel um den

DFB – NIEDERSACHSENPOKAL  der Amateure.
 
Der Endspielgegner ist der 1. FC Wolfsburg

Es ist erstmalig im Fußballgeschehen des  BSV, daß sich eine Mannschaft des Bezirks-Pokal-Meister erkämpft und
darüber hinaus bis zum Endspiel um den Niedersachsenpokal qualifiziert hat.

HOLZHAUSER BÜRGER, unterstützt die BSV-Spieler am Sonnabend im entscheidenden Spiel um den Niedersachsenpokal. Die Spieler werden ihre ganze Kraft dafür einsetzen, den Pokal zu gewinnen.

 Die treuen Vereinsanhänge


Doch all die noch so gut gemeinten Vorsätze halfen nicht, denn das Spiel der Spiele wurde mit 1:3 Toren verloren.

 Auf  Seite14 der NOZ vom 26.Juni 1972 stand abgedruckt:  Holzhausens Pokaltraum ausgeträumt

                   1:3 gegen den FC Wolfsburg

Der Traum vom ganz großen Erfolg ist für den BSV Holzhausen ausgeträumt. Der Pokalschreck verlor im Endspiel der niedersächsischen Pokalrunde gegen den Wolfsburger FC mit 1:3 Toren. Rund 800 Zuschauer waren bei herrlichem Sommerwetter in die Holzhausener Kampfbahn gekommen, um ihren BSV siegen zu sehen. Doch das Glück und auch etwas mehr Geschick waren auf der Seite der Wolfsburger.

Der BSV Holzhausen begann ungemein stark und ließ die Wolfsburger in den ersten dreißig Minuten kaum richtig zur Geltung kommen. Man spielte kampfstark und zeigte ausgezeichneten Mannschaftsfußball. Die BSVer hatten in Walter Bensmann einen überragenden Spielführer, der im Mittelfeld Dreh- und Angelpunkt war. Er bereitete auch in der 22. Minute das 1:0 für den BSV vor, indem er von der Mittellinie zu Bergmann spielte, der in einem herrlichen Solo die gesamte Wolfsburger Deckung ausspielte und dann noch die Kraft hatte, kaltblütig zu verwandeln.

Doch langsam lief es auch bei den Wolfsburgern besser. Man stellte sich auf das BSV-Spiel ein und konnte nun darangehen, die Holzhausener Deckung unter Druck zu setzen. Doch bis zur Halbzeit blieb es beim 1:0 für den BSV.

Nach dem Wechsel zogen die Wolfsburger dem BSV dann auf und davon. Spielmacher Pfanz wurde zur überragenden Spielerpersönlichkeit auf dem Feld. Mit Joachimsky und Klingenberg brachte er immer wieder große Gefahr in den BSV-Strafraum. Der Ausgleichstreffer war nur noch eine Frage der Zeit. In der 58. Minute war es dann soweit. Gewühl vor dem Holzhausener Tor, die Abwehr gerät in Verwirrung, und Joachimsky überwindet den in dieser Situation sehr unglücklich spielenden Klempahn. Sieben Minuten später das 2:1 für Wolfsburg. Ecke von Pfanz getreten und Klingenberg ist zur Stelle – 1:2 – durch Kopfball.

Die Holzhausener versuchen noch einmal das Ruder herumzureißen, doch ihre Kräfte sind verbraucht. Als Pfanz dann in der 83. Minute ein sagenhaftes Solo von der Mittellinie startet und die völlig kopflos gewordene BSV-Abwehr zum 1:3 überwindet, scheint auch für den treuesten Holzhausener Anhänger die Niederlage besiegelt.

Es wäre auch zu schön gewesen, trauerte ein Zuschauer nach dem Abpfiff. Man kann seine Enttäuschung gut verstehen, muß aber auch dabei beachten, daß es der BSV Holzhausen in seiner Vereinsgeschichte noch nie auch nur annähernd so weit gebracht hat und dass man mit dem ehrenhaften zweiten Platz in der niedersächsischen Pokalrunde doch wohl mehr als zufrieden sein sollte.

Einen Tag zuvor machte die NOZ mit der Schlagzeile auf das DFB-Pokalspiel aufmerksam:

 05  Holzhausen erlebt einen großen Tag

DFB-Pokalspiel gegen Bremerhaven 93

O S N A B R Ü C K.- Die Saisoneröffnung beim BSV Holzhausen ist spektakulär. Zum Auftakt präsentiert der Osnabrück Pokalsieger, der sich als einzige Fußball-Bezirks-klassenmannschaft Norddeutschlands für die erste DFB-Pokal-Hauptrunde auf Nord-ebene qualifizierte, die ebenso schwere wie interessante Begegnung mit den Vertretern von Bremerhaven 93.
Ein großer Schlager für die BSVer, die für so viele überraschende Pokalergebnisse gesorgt haben, auch wenn sie im Niedersachsenfinale an dem FC Wolfsburg gescheitert sind. Diese Pokalbegegnung ist ohne Frage der Höhepunkt der BSV-Fußballgeschichte. Die Holzhau-sener haben nichts mehr zu verlieren, sondern alles zu gewinnen, zumal sie theoretisch vor einer wohl unlösbaren Aufgabe stehen. Ehrgeiz und kämpferischer Einsatz waren in den bisherigen Pokalspielen aber immer starke Waffen; sie könnten auch für ein achtbares Abschneiden gegen den Regionalligisten sorgen.
Werden in der sommerlichen Hitze Kondition und Kräfte der BSVer über neunzig Minuten reichen, um durch erhöhten Einsatz und Laufarbeit das reifere technische Können der Bremerhavener etwas auszugleichen? Auf jeden Fall dürften sich die Ränge auf der Holzhausener Kampfbahn füllen, wenn die BSVer am Sonntag um 15 Uhr zum ersten Male in einem für sie so bedeutsamen DFB-Pokalspiel stehen.

 Doch was die BSV-Spieler an diesem Tag so derartig beflügelte, wird wohl für immer ihr Geheimnis bleiben, denn der

BSV beschämte Bremerhaven  Erst Elfmeter entschieden

Regionalligist enttäuschte beim5:3-Erfolg maßlos

 Mit dieser Schlagzeile überschrieb die NOZ in der Montagsausgabe ihren Zeitungsbericht.

mit dieser Schlagzeile überschrieb die NOZ in der Montagsausgabe ihren Zeitungsbericht.

Der weitere Wortlaut dieser Berichterstattung:

 Da fehlte nur noch das Tüpfelchen auf dem I, und eine echte Sensation wäre perfekt gewesen. BSV Holzhausen, in den letzten Wochen zum Pokalschreck avanciert, scheiterte an dem vier Klassen höher spielenden Regionalligisten Bremerhaven 93 erst im Elfmeterschießen. 600 Zuschauer waren schon nach neunzig Minuten aus dem Häuschen, obwohl es nach Ende der regulären Spielzeit erst 0:0 stand. Und als der BSV sich auch nach der Verlängerung noch nicht geschlagen gab, herrschte unter der Masse Karneval in Rio.

BSV Holzhausen: Klempahn, Pieper, Heidrich ,Meyer, Grützmacher, Dörr, Plogmann, Niermann (105. Tovar),  Brandhorst, Stavermann (70.Minute Eickholt), Menkhaus.

Bremerhaven 93: Rost, Steinlein, Freund, Westpfal, Proband, Wormes, Ziegler, Diekmann (63. Minute Schöttner), Schildt (45. Minute Jansen),Wessels, Joachimak
Tore:
0:1 Ziegler (94.),1:1 Niermann (105.) Kopfball.  Elfmetertore:  Pieper und Grützmacher für den BSV – Westphal, Ziegler, Schöttner und Steinlein
Schiedsrichter
: Reizer, Oesede                Zuschauer: 600

 Für einen Mann könnte morgen schon wieder die Sommerpause beginnen: 93-Trainer Pfeiffer. Der Österreicher schrie sich in der Holzhauser Kampfbahn die Kehle heiser; aber seine Spieler verstanden an diesem Tag seine Sprache nicht. “Das ist eine einzige Katastrophe. Die haben einen großen Mund und nichts dahinter. Mit Prämie ist diesmal nichts!“ In der Tat schämte sich nicht nur der Trainer der Bremerhavener, sondern auch die gesamte Delegation des Regionalligisten. Selbst die elf Akteure waren am Ende froh, dass alles vorbei war. Von Siegesstimmung war keine Rede.

Doch soll die schwache Leistung des Regionalligisten die lobenswerte Leistung des BSV Holzhausen nicht schmälern. Der Osnabrücker Bezirkspokalmeister kämpfte in vorbildlicher Manier, hatte keine Angst vor großen Namen und zum großen Erstaunen am Ende sogar noch konditionelle Vorteile gegenüber den 93ern.

Von Torwart Klempahn bis Linksaußen Menkhaus trumpften alle Spieler vorbildlich auf. Was fehlte, war Kaltschnäuzigkeit, denn sonst hätten Plogmann und Brandhorst schon nach einer Viertelstunde für eine 2:0 Führung sorgen können. Ein Pausenvorsprung wäre aufgrund der guten Kontermöglichkeiten verdient gewesen, denn außer optischer Überlegenheit hatten die Regionalliga-Kicker von der Küste nichts zu bieten. 93-Trainer Pfeiffer versuchte seine Spieler in der Pause wachzurütteln: „Nehmet euch an dem Einsatz eures Gegners ein Beispiel!“ Für zehn Minuten nahmen sich seine Mannschaft ein Herz, doch der ausgezeichnete Klempahn hielt seinen Kasten rein. Die größte Chance des Spiels hatten jedoch die Gastgeber. In der 88. Minute hatte sich Menkhaus am linken Flügel durchgesetzt, und Rost musste gegen Brandhorst sein ganzes Können aufbieten.

Die kalte Dusche zu Beginn der Verlängerung überstand der BSV clever. Zieglers Zufallstor war ein Ansporn für die ehemalige Bensmann-Elf. Während Bremerhaven konditionell erledigt war, konterte der BSV und schaffte elf Minuten später den Ausgleich durch Niermanns Kopfball nach einer Ecke von Brandhorst.

Niedersachsenvizepokalmeister BSV Holzhausen hat Bezirks- und Landesverband würdig vertreten. Der Elfmeter-Sieg von Bremerhaven 93 bewahrte den Regionalligisten vor einer katastrophalen Niederlage. Während die Holzhauser ihre Spielerverluste nach Saisonschluß nicht erkennen ließen, steht Bremerhaven 93 vor einer schweren Saison.

Hermann Olthuis

 
Dieser wohl einmalig bleibende Pokalerfolg wird sich so schnell nicht wiederholen lassen,  so dachte man in und um Holzhausen. Zwar konnten Mannschaften aus Holzhausen sich bis heute noch nie so weit in einer Pokalrunde behaupten, doch schon 1o Jahre später schickte sich  erneut eine BSV-Elf an, die Holzhausen wiederum Pokalüberraschungen bescherte.

 

Hierüber wird ausführlich im nächsten BSV-Echo berichtet.