Was macht eigentlich …...
.............Hannes Herkenhoff?  „Dreibas“

Ja, bis auf Herz, Leber, Lunge, Magen, Darm und Nieren geht’s ihm gut; ( na ja, das künstliche Kniegelenk und die Hüfte merkt er schon hin und wieder, aber das sind lediglich Karosserieschäden ), er ist fit wie ein (City-)Laufschuh und mit sich, aber nicht mit der Welt, sprich Politik/Wirtschaft/Gesellschaft, zufrieden und er genießt das Leben, so gut es geht.


Da die Rubrik was “macht“ eigentlich... und nicht was “machtE“ … heißt und die Autoren vor mir ausführlich erläutert haben, wer wann mit wem in der aktiven Fußballerzeit zusammen gespielt  hat, möchte ich mehr auf die Zeit danach bis heute eingehen. Ganz ausblenden will ich die aktive Zeit allerdings nicht.

So möchte ich den damals Beteiligten die von mir organisierten Fahrten der II. Herrenfußball Mannschaft in Erinnerung rufen.

Da wäre als erstes 1968 die Fahrt nach Norden und Norddeich mit dem Besuch der legendären Doornkaat-Brennerei, wo es im wahrsten Sinne des Worte Bölkstoff bis zum Abwinken gab. Nachmittags war dann Alkoholverdunstungsstunde in Form von Barfuß-Fußball spielen im Watt angesagt. Das obligatorische Match am Samstag gegen die Gastgeber haben wir, glaube ich jedenfalls, so klar vergeigt, dass ich das Ergebnis wohl besser vergessen habe. Bevor es dann am Sonntag zurückging, haben wir noch einen sonnigen Nachmittag am Strand auf der schönen Insel Norderney verbracht.

Das nächste Fahrtziel ein Jahr später war Assmannshausen. Eines der Highlights sollte der Besuch der Brauerei Asbach sein. Welch ein Reinfall im Vergleich zum Vorjahr. Mit gerade mal einem Gläschen Asbach-Uralt  wollte man uns abspeisen. Erst dem energischen argumentieren von Rainer Wagner war es zu verdanken, dass wir ein zweites Glas eingeschenkt bekamen und wir als Gegenleistung einem Gruppenfoto zustimmten. Das Spiel am Samstag haben auch wohl verloren, dafür ist aber vielen  der Besuch der Drosselgasse in Rüdesheim, wo wir z. B. Bernhard Potthoff als Alleinunterhalter mit seinem Akkordeon in einem Weinlokal erleben konnten, in schöner Erinnerung geblieben. Hoffe ich jedenfalls.
1972 stand Hooksiel an der Nordsee auf dem Programm. Auf dem Weg dorthin haben wir einen Abstecher in die Kaserne in Ahlhorn gemacht, um den dienst-habenden Vaterlandverteidiger Albert Hein zum Mitfahren abzuholen. Na ja, geklappt hat es nicht, aber er war von der Aktion so begeistert, dass er abends mit großem Hallo zur Truppe stieß und unbedingt dabei sein wollte. Besondere Ereignisse dieser Reise waren eine Fahrt mit dem Fischkutter und ein Besuch im Wellenfreibad in Horumersiel-Schillig. Das Fußballspiel haben wir übrigens gewonnen. Trotzdem war der Vorsitzende des Vereins, Kalli Siemers, der auch in der II: Mannschaft als Libero aktiv war, so begeistert von diesem Wochenende, dass er uns eine Woche später, mit einem Kasten Bier bewaffnet, in Holzhausen einen Besuch abstattete.Ein Jahr später ging es wieder an den Rhein, genauer gesagt nach Hochdal bei Düsseldorf, wo ich zu der Zeit eine berufliche Weiterbildung absolvierte. Über die Besichtigung der Diebels- (oder Düssel-) Altbier-Brauerei konnten wir uns diesmal wirklich nicht beklagen. Trotzdem haben wir am nächsten Tag das Fußballspiel gewonnen. - Vielleicht war ja auch der Gegner etwas zu schwach. Nachmittags haben wir dann am Fernseher das legendäre Pokalendspiel zwischen Köln und Gladbach mit dem immer wieder zu sehenden Hammersiegtor durch Günther Netzer verfolgt.

1973 begann für mich privat ein neuer Lebensabschnitt, der logischerweise einen Wohnungswechsel zur Folge hatte. So kam ich über Siegen im April 1975 nach Frankfurt. Ich kann sagen, der Stadtteil Gallus hier ist meine zweite Heimat geworden.

1979 habe ich hier am Abendgymnasium das Abitur gemacht, danach habe ich studiert, in dem angestrebten Beruf aber leider keine Anstellung gefunden. So habe ich mich, dem damaligen Trend folgend, in der Mikrocomputerbranche selbständig gemacht. Das ging auch über 10 Jahre gut, bis die Preise in den Keller und die Mieten in die Höhe gingen. Dann war´s vorbei damit.
Ach ja, von 1986 – 2001 habe ich in verschiedenen Vereinen auch noch ein bisschen Fußball gespielt, bis es dann knie-mäßig bergab ging. Vielleicht erinnern sich noch einige daran, dass wir 1988 mit dem F. C. Mammolshaim ein Wochenende in Holzhausen waren. Heinz Sieker erinnert sich bestimmt, denn er hat uns Bad Rothenfelde gezeigt und mit seinen Späßen den Nachmittag verschönt. Das Spiel gegen eine Traditionself des BSV am Samstag übrigens haben WIR gewonnen, ich glaube 5 : 3, und abends ging es auf das (extra für uns organisierte? ) Pfarrfest.

Seit fast sieben Jahren bin ich nun Rentner, was aber nicht unbedingt Ruhestand heißt. So bin ich seit 2006 zum zweiten mal als Bürgervertreter in den Beirat der “Sozialen Stadt Gallus“ gewählt worden (ehrenamtlich). Dies ist ein Projekt des Bund-Länderprogramms. Ziele u. a. sind, dem Stadtbauamt Vorschläge zur Verschönerung des
Stadtteils zu unterbreiten und Einrichtungen zu schaffen, die das Leben der Menschen unter- und miteinander verbessern. Zur Zeit versuche ich, eine Einrichtung ins Leben zu rufen, in der sich Menschen, deren Einkommen unterhalb der Armutsgrenze liegt, ein bis zweimal/Woche einen Cafe-ähnlichen Besuch leisten können. Die Aussichten, dass es klappt, sind nicht schlecht, konkret ist es aber noch nicht. Auf jeden Fall gibt es jetzt schon einen großen Bedarf, der sich noch dramatisch erhöhen wird.

Seit einem Jahr bin ich, nicht nur, aber überwiegend, ehrenamtlich hier im Gallus als Kiezläufer. ( siehe auch City-Lauf ) unterwegs. Um voreiligen Assoziationen, etwa mit einer Hamburger Szene, vorzubeugen, möchte ich doch lieber über die Tätigkeit aus einer Pressemitteilung zitieren:“Kiezläufer sind in ihrem Stadtteil unterwegs, informieren, knüpfen Kontakte, schlichten Konflikte, sorgen für Ordnung, wenn es nötig ist. Sie gehen auf die alltäglichen Sorgen und Nöte der Menschen ein, von denen sie hilfesuchend angesprochen werden, und vermitteln Unterstützung und Beratung, wenn es um größere Probleme geht. Wo es Ärger gibt im Quartier mischen sie sich vermittelnd oder ermahnend ein und sorgen so für mehr Verantwortungsbewusstsein und gegenseitige Rücksicht in der Nachbarschaft.“

Im Rahmen der Aus- und Weiterbildung fahren wir nun vom 17.  - 19. 9. 2009 nach Dresden, um mit dortigen Einrichtungen Erfahrungen auszutauschen. Am 6. und 7. 10. 2009 bin ich dann – wieder mal – für zwei Tage in Berlin, um an der Nationalen Armutskonferenz teilzunehmen. Ich gebe zu, dass ich es ein klein wenig geniesse, hin und wieder das Nützliche mit etwas Angenehmem verbinden zu können.

So, das soll es fürs erste gewesen sein. Falls jemand mehr erfahren möchte, kann er/sie mich gerne unter 069-731856 anrufen oder an Johannes.Herkenhoff@gmx.de eine e-mail senden.

In diesem Sinne ein paar sportliche Grüße aus dem schönen Gallus in Frankfurt

Hannes



Gespräche nach dem 2. Holzjauser Citylauf am 28. August mit Heiner, Helmut  und Rainer