Wenn der Berg ruft                    - Nur etwas für richtige Männer –   Sept.2008 (Oldies)

Ballermann, Bulgarien, Willingen, Dorf Münsterland oder Norderney, dass ist doch nur etwas für Weicheier. Die Berge, unendliche unbekannte Weiten die nie ein Mensch zuvor betreten hat. Hier kann Mann noch Mann sein und diese Männer gibt es nur in der Alten Herren. Sie beherrschen nicht nur den gepflegten Flachpass und das technisch ausgereifte Spiel. Nein sie bezwingen auch die steilsten Berge.
3 Jahren intensiver Vorbereitung mit einem Höhentraining im Jahr 2007 an der Mosel, hier wurde auf dem Rad durch viele Kilometer die Grundlagenkondition geschaffen. Auch die Leber wurde auf das harte Wochenende vorbereitet.

Am 4. September um 3 Uhr Nachts war es dann soweit. Nach kurzer Einweisung des Busfahrers (er war der Meinung Hannover liegt mehr in Richtung Amsterdam) ging es zum Flughafen. Erster Stop bereits nach 40 Minuten (das Bier war leer). 16 Mann erreichten mit dem Flieger ohne Zwischenlandung Salzburg. Hier wurde die Seilschaft vom Extrembergsteiger und Tourvorbereiter Thomas Schmalzer empfangen. Eine kurze Taxifahrt und das Basislager in Hallstatt war erreicht.

Nachdem jeder sein Zelt bezogen hatte, ging es auch schon zum ersten Eingewöhnungsmarsch. Unter der Führung vom „Salzmann“ Ansgar besuchte die Truppe das älteste Salzbergwerk der Welt. Schon

vor über 3000 Jahren fand hier Salzabbau statt. Der weitere Tag war dann für jeden offen (Wandern, isotonische Getränke oder Mittagsschlaf).


5. September, 9 Uhr. Mit einem reichhaltigen Frühstück begann ein sonniger Tag. Gegen 10:30 Uhr war dann der Abmarsch zum ersten Zwischenlager (Wieberghütte) in 1873 m Höhe angesagt. Insgesamt waren etwa 1300 Höhenmeter durch teils schwierigstes Gelände zu meistern. Die angesetzte reine Laufzeit von 4,5 h wurde um mehr als eine Stunde unterschritten. Gegen 16 Uhr erreichte die Vorhut (aus Sicherheitsgründen hatte sich die Seilschaft getrennt) die Hütte. Wichtig war es jetzt, den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen. Was bietet sich da besser an als das vitaminreiche, isotonische Weizenbier. Beim zünftigen Hüttenabend unter der musikalischen Leitung von Dj Schwabi klang der Abend gegen 23 Uhr aus. In zwei „Massengräbern“ untergebracht (für Bergunerfahrene; 10 Mann Stuben) verbrachten die Meisten eine ruhige Nacht.


6. September, 9 Uhr. Gestärkt und ausgeschlafen ging es durch einen steilen Aufstieg über Schnee- und Geröllfelder zum nächsten Zwischenlager. In 2205 m

Höhe hatte unser Bergführer Thomas die nächste Trinkstelle eingerichtet (Simony-Hütte unterhalb des Dachstein Gletschers). Aufgrund der extremen Höhe und dünnen Luft war nur ein kurzer Stopp möglich. Von nun an ging es auf einem „recht einfachen Weg“ entlang des Gletschers zur letzten Hütte in 1740 m (Schilcherhaus). Nach rund 4 Stunden „lockeren“ wandern hatten wir das Ziel gegen 16 Uhr erreicht. Kühle aufbauende Getränke ein deftiges Abendbrot sowie die fantastische Leistung der Fußball-Nationalmannschaft ließen die

 Anstrengungen der letzten Tage vergessen. Gerade beim Fußballspiel zeigte sich wieder die Fachkompetenz unseres Trainers Thomas N., der mit diversen Kommentaren im Stile eines Günter Netzers brillierte.

7. September, 7 Uhr. Jetzt hieß es Abschied nehmen. Auf dem Weg zurück ins Basislager besuchte die Mannschaft noch die „5fingers“ (eine Aussichtsplattform, die über einem  400 m tiefen Abgrund ragt) und die weltbekannten Eishöhlen am Dachstein. Mit einem wehmütigen Blick zurück brachte uns das Taxi zum Flughafen Salzburg. Eine anstrengende aber fantastisch geplante Tour mit tollen Eindrücken ging zu Ende. Wir treffen uns wieder in 2 oder 3 Jahren zu neuen Bergabenteuern.

Michael