Viel Idealismus und eine Familie,
die den Rücken stärkt.
Ein Beispiel für viele: Gudrun Hölscher und ihr Engagement für junge Sport-Asse

Viel Idealismus und eine Familie, die den Rücken stärkt
Ein Beispiel für viele: Gudrun Hölscher und ihr Engagement für junge Sport-Asse
Es ist laut in der Sporthalle der GMHütter Realschule. Um die Mittagszeit sind hier drei Schüler- gruppen, es wird gerannt, gesprungen und gejohlt. In einer Sektion der Halle steht Gudrun Hölscher und trainiert mit der Klasse 5a Weitsprung. Der Lärm scheint an ihr abzugleiten. Geduldig befasst sie sich mit jedem einzelnen Kind, gibt Tipps für eine optimierte Sprungtechnik, lacht aufmunternd. 
       
In der Realschule GM-Hütte trainieren die Kinder der Sportklasse 5a heute Weitsprung in der Halle,
eil es draußen regnet.

„Wenn man Leichtathlet gewesen ist, bleibt das drin", erklärt sie. Sie selbst hat als Sprinterin angefangen und dann zu den Wurfdisziplinen gewechselt. Kinder und Jugendliche für den Sport zu motivieren ist, heute eines ihrer wichtigsten Ziele. Die kann die knapp 53-jährige nicht nur in ihrem angestammten Verein, dem BSV Holzhausen, umsetzen, sondern seit dem letzten Jahr auch hier in der eigens eingerichteten „Sportklasse" der Realschule. Denn seit dem vorigen Schuljahr bestehen Kooperationen zwischen der Realschule und mehreren Georgsmarienhütter Sportvereinen, die vom Landessportbund gefördert werden. Sportlich talentierte Schüler haben hier zwei zusätzliche Unterrichtsstunden pro Woche in verschiedenen Sportarten. Da es an Sportlehrern mangelte, sprach die Klassenlehrerin der damaligen fünften Klasse, Elke Bolz, eine Trainerin des Osnabrücker Turnerbundes (OTB) an, der schon seit mehreren Jahren in ähnlicher Mission mit dem Osnabrücker „Gymnasium in der Wüste" zusammen arbeitet. Die OTB-Trainerin verwies auf Gudrun
 Hölscher: Diese erfahrene Kollegin sei doch deutlich näher dran, und der BSV Holzhausen schließlich auch! Ein Glücksgriff für die Realschule: Denn Gudrun Hölscher bringt nicht nur den B-Trainerschein des Niedersächsischen Leichtathletik- verbandes mit, der alle zwei Jahre neu erworben werden muss. Der Schein qualifiziert sie insbesondere in den Bereichen Sprint, Wurf und Lauf. Die Holzhauserin ist außerdem im BSV Abteilungsleiterin Leichtathletik:
    
Von anfangs fünf Kindern baute sie die Abteilung binnen 16 Jahren zu einer blühenden Sparte mit fast 70 Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und 20 Jahren aus. Und daneben ist sie Vorsitzende des Niedersächsischen Leichtathletikverbandes Kreis Osnabrück-Land. In dieser Eigenschaft richtet sie jährlich im Juni die Kreismeisterschaften der kleinen Leichtathleten bis elf Jahre in Holzhausen aus. Darüber hinaus koordiniert sie auch die Kader beson ders talentierter Kinder in Wurf und Lauf zusammen mit dem TSG Dissen und dem TSV Wallenhorst. Klar, dass sie aus dieser Vereinsund Verbandserfahrung heraus auch die Realschüler zu engagierter Leichtathletik motivieren kann. Im letzten Jahr ist ein Teil der Sportklasse mit ihr zu Wett- 
kämpfen unterwegs gewesen. „Wir haben richtig gute Ergebnisse eingefahren", sagt Gudrun Hölscher nicht ohne Stolz. Im Mai will sie mit der jetzigen fünften Klasse zum Dreikampf und zu Staffelläufen nach Osnabrück fahren. Die jungen Sportler treten dort für ihre jeweiligen Vereine an. Dankbar ist sie dabei den Eltern, die die Fahrdienste organisieren. Gudrun Hölschers Leben wird zu einem Großteil von Sport bestimmt. „Aber es geht ja nicht alles", schränkt sie ein. Denn es gibt ja noch den kfd-Karneval in Holzhausen, der sie und ein knappes Dutzend anderer Frau­en mindestens ein Vierteljahr auf Trab hält.

Und dann hat sie als ausgebildete Arzthelferin und Altenpflegerin auch noch einen Beruf. Dabei hat ihr Rücken so gelitten, dass ihre eigene Leich -tathletik-Karriere auf der Strecke geblieben ist. Heute gleicht sie das mit Aqua-Fitness und Gerätetraining aus.
So, und jetzt haben wir uns vorgearbeitet bis zu dem, was Gudrun Hölscher am wichtigsten ist: ihre Familie. Die Holzhauserin ist nämlich verheiratet und hat drei Söhne. Und nur, weil ihre vier Männer voll und ganz hinter ihr stehen, kann sie sich neben Familie, Beruf und Karneval so stark für den Jugendsport engagieren. Wer glaubt, dass ihr Einsatz finanziell besonders honoriert wird, irrt gewaltig. Für all dieses Engagement braucht man Idealismus, viel Liebe zu Kindern und zum Sport. Menschen wie Gudrun Hölscher halten unsere Kinder fit und sorgen zu einem großen Teil für Gewalt- und Suchtprävention. Und für die Realschule sind außer ihr auch Trainer des TVG GMHütte, der Sportfreunde Oesede/Kloster Oesede sowie aus dem Tennisverein Kloster Oesede im Einsatz, die neben den Lehrern für ein breites Spektrum an Angeboten für die Sportklassen sorgen. Günter Liegmann, Konrektor der Realschule und Klassen sowie Fachlehrer der beiden Sportklassen im fünften und sechsten Schuljahr, stellt auch im nächsten Schuljahr wieder die Einrichtung einer solchen Sportklasse in Aussicht. Über das Engagement der Vereinstrainer ist er mehr als dankbar. Denn es ist - wie wir am Beispiel von Gudrun Hölscher aufgezeigt haben - leider fast im doppelten Sinn „unbezahlbar"..

Ein klasse Team: Die Klasse 50 der Realschule GMHütte, die zwei Stunden in der Woche Sportunterricht von Gudrun Hölscher vom BSV Holzhausen erhält. Der BSV kooperiert mit der Realschule, ebenso wie andere GMHütter Sportvereine.